zurechtgemachte junge Weiber

 

Ein interessanter Widerspruch zurecht gemachter junger Weiber

 

Heutzutage gibt es Heerscharen von ‘attraktiven’, sexy zurecht gemachten jungen Weibern. Dieses Phänomen als Massenphänomen ist meiner Ansicht nach vor allem eine Folge der sexuellen Revolution seit 1968. -  Es gab bekannterweise vorher auch schon dieses Phänomen als solches, quasi als abendländische Singularitäten, wenn ich mich beispielsweise an  Goyas angezogene Maja bzw. Goyas nackte Maja im Museo del Prado  in Madrid erinnere - (das einzige, woran ich mich dort überhaupt mit meinen 14 Jahren 1956 erinnerte!). Es handelt sich also keineswegs um eine neuerliche Erfindung. Und in der Antike oder im Orient wird man ohne weiteres weitere Beispiele finden. Jedoch ist es das Heerscharen-Phänomen in unserer Zeit bei uns in der kapitalistischen Welt (incl. China usw.), um das es mir hier geht.

Was 1968 nur ansatzweise zum Vorschein kam: Babydoll, Mini-Röcke, Maxi-Röcke, später dann Heiße Höschen (Hot Pants), Futt-Hosen, usw. das wurde immer mehr verfeinert und in unendlichen Variationen weiterentwickelt. Beispielsweise haufenweise erotische Dessous, raffinierte Lidschatten und Schminke, abartige Intimfrisuren, 1000 Parmfümsorten (von denen kurioserweise vor einiger Zeit einige der beliebtesten regelrecht nach Katzenpisse stanken). Das Ergebnis sind Ingenieurkunststücke an attraktiven jungen Weibern mit Frisuren & Figuren à la Brigitte. – Ständig begegnen einem in allen möglichen Öffentlichkeiten weltweit Hingucker von gekonnt zurecht gemachten jungen Weibern. – Und sie haben offenbar das Gefühl vollkommen ‚In‘ zu sein, wie wenn sie der eigentliche Kern der Gesellschaft – also des Kapitalismus – wären (auch wenn sie es – in Ausnahmefällen - individuell vielleicht nicht wahrhaben wollen, beispielsweise wenn sie bei ATTAC mitmachen).

 

Nun aber zu dem ‚interessanten Widerspruch‘, der vielleicht nebensächlich erscheint, mir aber dennoch nicht unerheblich vorkommt.

Also ich als Mann erlebe das öftere Phänomen des ‚Hinguckens-und-Wegguckens‘, was diversen psychischen Krampf auf meinem Weg durch die Stadt erzeugt.

Was heißt das?

Ich versuche das jetzt modellhaft zu klären: Sie (mein Modell) hat sich zurecht gemacht und ist waffenscheinmäßig attraktiv. Sie ist jetzt in der Stadt. – Sie sieht Männer. Die allermeisten interessieren sie persönlich natürlich nicht oder nur wenig (eigentlich interessiert sie sich für Mick Jagger, bei dem ginge, wenn’s drauf ankäme, das kurze Röckchen sofort hoch, und das Höschen blitzschnell runter). Dennoch will sie trotzdem von etlichen Männern wissen, ob die sich für sie interessieren, weil dadurch ihr eigener Wert für sie klarer wird. – Jetzt also der Widerspruch: Einerseits scannt sie (unglaublich blitzschnell), wie der Typ aussieht, und ob er umgekehrt sie begierig betrachtet, andererseits blickt sie unglaublich souverän weg, wenn sie gesehen hat, daß der Typ sie nicht die Bohne interessiert. (Ja hat sie überhaupt hingeguckt?) – Das Letztere, die souveräne junge Frau (angeblich ohne Interesse - übrigens: im eklatanten Widerspruch zu ihrem Zurechtgemachtsein) ist derjenige Eindruck, den sie tatsächlich in der Öffentlichkeit hinterläßt. Manchmal allerdings kuckt sie bei irgendeinem Typen schon mal länger hin - da gibt es verschiedene Stufen des Interesses bzw. Desinteresses.

Das Ganze ist in der Tat eine ziemlich krampfige Situation (für Mann & Frau) und paßt zur widersprüchlichen kapitalistischen Gesellschaft, in der es prinzipiell sowieso hauptsächlich nur verkrampfte zwischenmenschliche Kommunikation gibt.

 

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Hier sind einige illustrierende Bilder, die vermutlich (hoffentlich!) nicht urheberrechtlich verboten sind (also nicht der üblichen Zensur nach Art. 5 GG unterliegen):

 

 

      FilmIndia 1945

 

 

 

 

 

1920

 

      Motion Picture January 1920

 

 

 

 

 

1918

 

      Photoplay 1918

 

 

 

 

 

1920

 

      Photoplay 1920

 

 

 

 

 

1921

 

      Photoplay 1921

 

 

 

 

 

      Picture-Play 1919-20