links vs. rechts - und umgekehrt

 

18,07,05 - Rechte vs. Linke – und umgekehrt

Kein Gegensatz scheint selbstverständlicher zu sein! So wie beispielsweise Urlaub im Schneegebirge vs. Urlaub am Meer. Katholisch vs. Evangelisch, usw. usw.

Diese politische Unterscheidung rechts vs. links stammt aus der Zeit des Parlamentarismus in Frankreich nach der Französischen Revolution: Die Aristokraten vs. die demokratischen Emporkömmlinge. Es ist klar, dass die Aristokraten (die rechts im Parlament saßen) nicht mit sich über ihre Privilegien verhandeln lassen wollten. Und auch umgekehrt waren dementsprechend die demokratischen ‚Linken‘ nicht bereit, auf ihren Forderungen nach Gleichheit und Freiheit zu verzichten. Insoweit scheint das Problem klar zu sein.

Doch heutzutage sitzt im dt. Parlament auf der rechten Seite keine Aristokratie mehr und auch keine Milliardäre. Und links sitzen, bei aller ‚Progressivität‘ ganz ähnlich gestrickte Leute - vom sozialen Habitus her betrachtet - wie rechts.

Wo also ist das Problem?

Das Problem entzündete sich an der sog. Flüchtlingskrise. Plötzlich waren Linke vs. Rechte – und umgekehrt  -  ähnlich verfeindet und gegeneinander aufgebracht wie in der Weimarer Republik. Und das Ganze scheint sich immer weiter hochzuschaukeln. Manche Rechtsradikale phantasieren sich schon einen ‚Bürgerkrieg‘, auf den alles zusteuert – vor allem auch wegen der wachsenden Zahl radikaler Moslems in Deutschland.

Dabei ist es eine der unbefragtesten Geschichten dieses (scheinbar absolut selbstverständlichen) Gegensatzes, ob denn dieser Begriffsgegensatz rechts vs. links überhaupt noch tragfähig ist – und wieso?

Für die Linken ist klar: diese Rechten, welche die offizielle Flüchtlingspolitik kritisieren, sind ganz klar xenophob, rassistisch und antidemokratisch (wie alle Rechten und natürlich auch die ‚Rechtspopulisten‘) und eigentlich deswegen ‚Nazis‘. Damit ist die Demonstrationsorganisation ‚Pegida‘ gemeint und die erstarkende Partei ‚AfD‘. Gern bezieht man sich auch auf rechtsradikale Asylantenheim-Feuerleger.

Für die Rechten ist klar: Die gewaltausübende ‚Antifa‘, die sich demonstrativ gegen AfD, Pegida usw. aufstellt, ist eigentlich eine Art Nachfolge-Organisation der SA. Und die Linken (inklusive Grünen und Bundeskanzlerin Merkel) sind generell ‚Volksverräter‘, die bereit sind, Deutschland und Europa den Moslems zu übereignen. Gern bezieht man sich auch auf kriminelle und terroristische ‚Flüchtlinge‘ aus islamischen Ländern.

 

Ich möchte hier intervenieren und behaupte:

Sobald die Kommunikation abbricht zwischen den politischen Gegensätzen, entwickeln sich beiderseitige Dämonisierungen des ‚Gegners‘, die zu einer Eskalation der Feindseligkeiten führen - bis hin zu Mord & Totschlag! Sprich Revolution und Bürgerkrieg. – Es kann sein, dass etliche Menschen dieser Dämonisierung huldigen, weil sie ein psychologisches Bedürfnis nach Hass und Feindschaft haben – egal, welcher Fraktion sie sich anschließen.

Die Frage ist also – jenseits von rechts und links: worin bestehen konkret die diversen Dämonisierungen und was ist tatsächlich der reale politische Unterschied der beiden Vorstellungen? Und wo und wie lässt sich der politische Unterschied verhandeln?

Denn nur durch solche Klärungen lässt sich realer Frieden innerhalb der Gesellschaft herstellen! Sofern man das überhaupt will!

Das ganze Thema ist selbstverständlich gültig zwischen allen möglichen versteinerten politischen, religiösen und sonstigen Gegensätzen!