neue Religion?

 

20,04,24

Was könnte eine neue Religion sein – nach der Sexualreligion?

Also die Sexualreligion ist ja schon mal ein echter Fortschritt gegenüber den Bim-Bam-Religionen mit Leben nach dem Tod, Wiedergeburt usf. Sie bleibt auf der Erde und hat es mit irdischen Sachverhalten zu tun. Die Bim-Bam-Religionen führen zwar in Europa noch so ein Schattendasein, sind hauptsächlich für caritative Zwecke, Konfirmationen, diverse Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen zuständig. Indem sie auch noch zusätzlich alte Traditionen, Kirchenbauten, Feiertage etc., am Leben erhalten, erfüllen sie in der Tat immer noch einen guten Zweck.

Diese Down-to-Earth-Geschichte, wie sie von der Sexualreligion angeleiert wurde, muss meiner Ansicht nach unbedingt beibehalten werden. Nur denke ich, muss sie losgelöst werden von der Vergöttlichung von Weibern. An Stelle von Sexualgottheiten müsste was Anderes treten: Vor allem ganz allgemein die idealisierte Schönheit der Welt – nicht speziell die idealisierte ‚Schönheit‘ von (jungen) Weibern.

Die idealisierte Schönheit von (jungen) Weibern halte ich sowieso für ein Relikt von Sklavenhaltergesellschaften. Denn es ist ja wohl klar: genauso, wie die Herrschaften junge kräftige männliche Arbeitssklaven gegenüber alten Männern bevorzugten, so favorisierten sie auch junge knackige Mädchen als Sex-Sklavinnen gegenüber älteren Weibern. Das mit den beautiful sexy Mädchen & jungen Frauen wurde dann mit der allmählich im europäischen Feudalismus heranwachsenden romantischen Sexualreligion verkoppelt. Entsprechend waren in dieser neuen Religion, auch unter den freiheitlichen Auspizien der bürgerlichen Gesellschaft, dominante, herrschaftliche Männer bei den Weibern als ideale Partner gefragt. Das wird sich ja wohl noch rudimentär halten, so wie sich die alten Bim-Bam-Religionen auch immer noch ein Stückchen weit halten.

Insoweit es bei der von mir favorisierten neuartigen Down-to-Earth-Geschichte noch um Idealisierung von Menschen geht, dann auf eine neue Art: Um eine Form nicht-elitärer, sozusagen demokratischer Vornehmheit, wie sie beispielsweise in der ernsthaft antiautoritären Erziehung zum Ausdruck kommt. Das wäre dann ein gewichtiger Teil von idealisierter Schönheit der Welt.

Zu dieser Vornehmheit würde dann auch gehören eine Idealisierung der Wahrhaftigkeit (Argumentationsfähigkeit) und allgemeiner Friedfertigkeit, wie sie durch staatliche Verfassungen (beispielsweise Grundgesetz in Deutschland) oder Common Law (immer mehr) verfestigt würde.

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Das Thema Schönheit der Welt sollte beispielsweise wieder anknüpfen vor allem an die europäische Architektur der Zeit vor dem 1. Weltkrieg. Des Weiteren etwa an konkrete Malerei wie beispielsweise von Vinogradov. Insbesondere auch Wiederherstellung verwüsteter Landschaften wäre angesagt. Natürlich eine Reduzierung von hohen Geburtenraten, um die Erde allmählich sinnvoll bewohnbar zu machen.

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Nun kann man natürlich sagen: Das ist nichts als eine Utopie. Vergisses! Ok. Es ist jedoch das Einzige, was mir erst mal einfällt. Es wäre immerhin eine positive Zielvorstellung, an der man sich geistig und materiell abarbeiten könnte.