2004

Philosophische Reflexionen zwischendurch:

 

 

 

Die Philosophin Angelika Krebs über die bestmögliche Form der Liebe zwischen Mann & Frau als Dialogisches Prinzip

 

Ihr ursprüngliches Buch diesbezüglich lautete “Liebe als geteilte Praxis” (Mentis, Paderborn 2005). Ein neueres Buch zu dem Thema ist bei Suhrkamp in Vorbereitung: “Zwischen Ich und Du: Eine dialogische Philosophie der Liebe” (Erscheinungstermin 9. Dezember 2013. Reihe: suhrkamp taschenbuch wissenschaft 2063). Die Einleitung zum Suhrkamp-Buch gibt es als PDF-Datei.

Das dialogische Modell der Liebe hebt sich vom sog. kurativen Modell ab: Jemand sorgt sich um Wohl und Wehe des Anderen.

<Angelika Krebs vertritt ein sich davon abhebendes dialogisches Modell (das sich etwa bei Martin Buber und in der Gegenwart bei Annette Baier und Irvin Singer findet). Hier geht es in der Liebe um das empfindende wie tätige Teilen des Lebens mit einem besonderen anderen. Man freut sich miteinander, leidet miteinander und redet, reist oder musiziert miteinander. Die für die Liebe konstitutive Überwindung des Egoismus versteht das dialogische Modell nicht altruistisch, sondern kommunitaristisch: Es geht um das Wir, die Beziehung, die Gemeinschaft, das Teilen von Empfindungen und Handlungen.>

(Zitat aus: Information Philosophie, 3-2007, S.87 unter der Rubrik “Praktische Philosophie”).

Die Hingabe an das Wir erlaubt keine Instrumentalisierung des anderen für eigene Zwecke. Dennoch bereichert sie das eigene Leben. Das so entstehende ‘Wir’ ist ein gemeinsames Werk.

In der oben erwähnten PDF-Einleitung heißt es (S.2):

<Das vorliegende Buch erkundet mit philosophischen Mitteln, was Henry James mit literarischen Mitteln vorführt. Es will Liebe als dialogisches Teilen des Lebens genauer denken. Es will diese Intuition unter dem Titel eines „dialogischen Liebesmodells“ allererst auf den Begriff bringen und über das Erzählwerk von Henry James begründen und plastisch machen. Es versteht Liebe mit Henry James als „sharing“, „participation“, als eine Form des empfindenden und tätigen Miteinanders, in dem sich zwei Individualitäten aneinander entzünden. Oder, um es mit dem Phänomenologen Martin Buber zu sagen: Liebe ist etwas, was „zwischen Ich und Du“ statthat. Liebe ist nicht in den einzelnen Liebenden „drinnen“. Sie ist vielmehr das Haus, das sich die Liebenden zusammen bauen.>