60er Jahre

 

14.05.08

 

Die verschiedenen Stufen der 60er Jahre

 

Ab und zu mache ich uns mal eine Musik-CD zurecht, die nur traurige Musik beinhaltet. Ich nenne solche CD's „Special Black“. Demgegenüber gibt es auch „Special White“- CD's, die fröhlich-aufbauende Musik beinhalten.

 

Barbara jedoch sieht das, was ich als „Special Black“ ansehe, wesentlich positiver: sie sagt, dies sei besonders heilige Musik, die einem im Notfall vor dem Selbstmord bewahren könne, weil sie einem noch an das Gute glauben läßt, trotz aller Trauer.

 

Genau diese Funktion hatte ja diese Musik auch für mich in den 70er Jahren gespielt. Da hat Barbara in der Tat völlig recht.

 

Nun hatte ich kürzlich die „Special Black No.005“ zurechtgemacht. Und beim intensiven Hören bei  der Autofahrt ins Hasencountry zu Pfingsten 2008 fiel mir plötzlich eine Zeit-Struktur auf dieser CD auf, die ich selber erlebte, die mir durch jene Musik (die mich ja jeweils in meinen Lebensphasen begleitete) noch mal verdeutlicht wurde.

 

Da ist also auf der CD das Lied von Roy Orbison „Crying“. Das ist für mich das typische Ende 50er Jahre-Anfang 60er Jahre-Lied, wo ich 'weine', weil die Weiber mich nicht haben wollen.

 

Dann als nächstes Leonard Cohen „The Stranger Song“ (1966), ein Lied das ausdrückt, wie ich mich doppeldeutigerweise bzgl. Uschi (als Übergangsfrau) verhalten hatte: einerseits will ich feste Beziehung, andererseits noch das große Reservoir der Freiheit.

 

Dann die Bee Gees mit „Words“ (1967). Das drückt nun den Übergang zum „Sieg“ aus (1967-1968): Ich will die Große Liebe erringen, und ab jetzt will ich alles neu machen. Es ist sehr poetisch und ergreifend. Die Moody Blues könnte man hier noch anführen, vor allem „Nights in White Satin (1967)“.

 

Dann der schnelle Niedergang des 'Erfolges' (1968 und folgende Jahre). Auf meiner  Black-CD finden sich diesbezüglich ziemlich viele Songs:

 

1. Vanilla Fudge: Season of the Witch (1968)

 

Das ist ein grundsätzlicher - wenn auch irgendwie verrätselt mythologischer -  Versuch, die Verrats-Situation seitens der Upperclass-orientierten Weiber, mit denen wir 'Revolutionäre' 1967-1968 ein ungeheuerliches gegenseitiges Engagement hatten, geistig in den Griff zu kriegen.

 

  • Don McLean: Vincent (1971)
  • Der Selbtmordwelle der sensiblen Liebenden der 68er Revolte wird hier meiner Ansicht nach ein Denkmal gesetzt, auch wenn es sich offiziell bei dem Lied um Van Gogh dreht.

     

    3. Gordon Lightfoot: If You Could Read My Mind  (1971)

     

    Es wird auf sehr poetische Weise das Problem einer Großen Liebe abgehandelt, die zugrunde geht.

     

    Tom Waits: Waltzing Mathilda (70er Jahre)

    Hier ist ein Liebender, der seine Mathilda verloren hat, am Arsch der Welt. Was sehr poetisch aber leider auch sehr verrätselt ausgedrückt wird.

     

    5. Behind Blue Eyes (“The Who” 1971)

     

    Das ist vielleicht das Problem, das hinter allem steckt! Meine Ausgrenzung durch die Klassengesellschaft! Offenbar sind auch eine Menge anderer People betroffen, sonst hätte es dieses Lied nicht gegeben, das durch Limp Biskit 2003 noch einmal ein großes Revival erfuhr.